Der Grundgedanke der RAID-Entwicklung lag in der Kopplung verteilter Speicherkapazitäten, als auch in der permanenten Verfügbarkeit der Datenbestände. Denn wies eine Festplatte einen Defekt auf, dauerten der Austausch und die nachfolgende Konfiguration mindestens einen Arbeitstag. Hinzu kamen Ausfallzeiten der Mitarbeiter.
Um die Belastung der Servermaschinen nicht weiter zu erhöhen, wurden spezielle RAID-Controller entwickelt. Diese verwalteten eigenständig die verfügbaren Festplattenspeicher, und nahmen durch ihre autonome Arbeitsweise keine Rechenzeit in Anspruch.
Mit Einsatz der ersten RAID-Systeme kamen sehr schnell weitere RAID-Level hinzu. Anfangs wurden nur die vorhandenen Festplatten zu einem einzigen Laufwerk gekoppelt. Dieser Level trägt heute die Bezeichnung „Level 0“. Sehr schnell kamen weitere Varianten hinzu. Vor allem der Sicherheitsaspekt wurde ausgebaut. Und so entstanden im Laufe der Zeit RAID-Level 0-5.
Mit Einführung von Windows NT Server Mitte der 90er, implementierte Microsoft den Gedanken der RAID-Systeme in seine Serversoftware. So war es nun mehr möglich, per Software und ohne zusätzlichen RAID-Controller, Festplattenspeicher per Mausklick zusammen zu fassen. Da die damaligen Server ausschließlich über SCSI-Festplatten und Controller verfügten, wurde auch hier keine Rechenzeit der CPU in Anspruch genommen. Problematisch erschien in den ersten Jahren nur das Verständnis für ein RAID-System. Denn ein RAID-Level 0 verfügt nicht über eine Ausfall- u. Datensicherheit, wie sie im Level 5 vorhanden ist. Es gibt zwar eine Leistungsoptimierung von ca. 20% im Bereich der Festplattenperformance. Aber wird ein RAID-Level 0 getrennt - z. B. wegen eines Festplattendefektes - so sind alle Datenbestände weitestgehend nicht mehr vorhanden.
Dies war auch ein enormes Problem Ende der 90er, als RAID-Systeme nunmehr in einfachen Desktopcomputern implementiert wurden. Von der technischen Seite benötigte man keinen eigenständigen RAID-Kontroller mehr. Und da die Computergemeinde den Begriff und die Funktion der RAID-Systeme kannte - bedingt durch viele Berichte in den Computerzeitschriften - freute man sich darauf, diese nunmehr selbst nutzen zu können.
Sehr schnell kam die Ernüchterung, wenn nach einem Festplattentausch, aus zunächst nicht nachvollziehbaren Gründen, alle Daten weg waren – hier half dann nur noch eine RAID Datenrettung.
Was macht aber ein RAID-System so unschlagbar? Hier in Kurzfassung eine Übersicht:
RAID-Level 0
mind. zwei Festplatten. Keine Spiegelung, keine Datensicherheit, erhöhte Festplattenperformance
RAID-Level 1
mind. zwei Festplatten, Spiegelung (sog. Mirroring), Daten stehen sofort nach Ausfall einer Festplatte wieder zur Verfügung
RAID-Level 5
sinnvoll ab 4 Festplatten, defekte Festplatten können im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, hohe Datenverfügbarkeit
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